Wie geht es anderen? 
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Wie geht es anderen?

Für alle, die Zuspruch brauchen: Ein Briefwechsel mit Laura aus München:

Von Laura an uns

Hallo,

zunächst möchte ich euch sagen, wie toll ich eure Seite finde! Die Beschreibungen und Bilder helfen echt, sich die ganze Thematik vorzustellen. Insbesondere, sich vorzustellen, dass es alternative Wege gibt, die gut funktionieren.

Was mich interessiert- wie seid ihr mit den "gutgemeinten" Ratschlägen, v.a. aus der Familie umgegangen. Meine Schwiegermama fragt jetzt schon (meine Tochter ist grad mal 3,5 Monate alt), wie lange ich denn noch (!!) stillen will und ob die Milch der Kleinen denn reicht? Es wäre doch schon Zeit fürs Breichen....
Und mein Mann hält sich da nett raus mit dem Hinweis, dass ich das schon machen gut werde, egal wie ich es mache.

Habt ihr da vielleicht einen Tip für mich? Grundsatzdiskussionen? Überzeugungsarbeit? Oder der nette und freundlich-höfliche Hinweis, sich da rauszuhalten? Bei Bekannten ist mir das ja egal, aber zur Family haben wir ja grundsätzlich ein gutes Verhältnis und möchten auch niemanden verprellen.

Vielen Dank schomal und vor allem vielen Dank für die moralische Unterstützung für "andere Wege", die eure Seite bietet!

Viele Grüße, Laura

Anke's Antwort

Hallo Laura,

schön, dass Dir unsere Seite gefällt und dass sie Dir weiterhilft. Zunächst: Wir haben unsere ganz persönlichen Erfahrungen und auch nicht mehr. Wenn wir Dir also einen Tipp geben, dann muss Dir klar sein, dass wir selbst nicht viel Erfahrung haben. Jede Familie ist anders.

Und noch eins vorweg, wir hatten es da etwas einfacher. Unsere Familien wohnen über 500 km weit weg und konnten uns damit nicht sehr oft nerven. Und bei Besuchen will man ja eigentlich eine nette Zeit miteinander verbringen und nicht ständig den anderen kritisieren. Aber "reicht denn die Milch" und "der stillt sich nicht selber ab" und "den bekommt ihr nie aus dem Bett" kennen wir auch.

Für uns war klar: Wir haben hier die Verantwortung. Wir haben das Sagen! Das haben wir klar und deutlich rübergebracht, dann war zumindest mal klar dass wir uns nicht reinreden lassen.

Und: Jede Generation hat ihre eigene "Mode". Es gab Zeiten, da war stillen einfach nur unmodern und sogar verpönt. Jetzt ist es eher umgekehrt. Wenn Deine Schwiegermutter Dich also fragt, wie lange Du denn noch stillen willst, dann wahrscheinlich nicht um Dich zu ärgern, sondern weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass es normal ist ein Kind nicht oder nur kurz zu stillen. Wie ist denn Euer Verhältnis? Sagst Du normalerweise immer ja zu ihren Ratschläge oder sagst Du auch mal nö, ich mach das anders? Auch wenn Du bisher alle Ratschläge angenommen hast, hier geht es wie gesagt um Dein Kind und Du hast die Verantwortung, Du hast also das Sagen. Also wenn sie so nett fragt, kannst Du doch nett antworten was Du für richtig hältst. Und wenn dann eine Widerrede kommt musst Du selbst einschätzen, ob es sich lohnt mit ihr zu diskutieren oder ob es sinnvoller ist freundlich aber bestimmt zu sagen, dass das der Weg ist den Du gehst. Wenn sie mit sich reden lässt erkläre ihr, was Du vor hast. Mal schauen, wie sie reagiert.

Unsere Mütter waren sehr skeptisch, als wir meinten dass ich voll stille und unser Sohn sich dann mit festem Essen selbst abstillen wird. Da kam wie gesagt "die Milch reicht nicht so lange" und "der stillt sich nie selber ab". (Aber mit wenig Nachdruck, war ja klar, dass wir eh machen was wir wollen.) Nachdem wir nun mit dem ersten Kind das Gegenteil bewiesen haben ist jetzt beim zweiten Kind alles klar und alle machen mit. Denn unser Sohn war immer gut genährt und ist sehr offen gegenüber allen Lebensmitteln. Außerdem weiß er bei vielen Lebensmitteln wie sie heißen. Jetzt bekommen wir zu hören "Das hätte ich nicht gedacht, ich war ja skeptisch. Aber das habt Ihr toll gemacht!"

Viele Grüße
Anke

Laura's Antwort

Hallo Anke,

danke für die schnelle Antwort!

So hatte ich es mir eben auch vorgestellt. Und vielleicht hast Du recht und ich fühle mich kritisiert, auch wenn Schwiegermama das gar nicht so meint. Sie will ja auch nur helfen und das Beste für unsere Kleine. Also werden wir es mal ruhig angehen lassen und einfach "unser Ding" machen. Und gelegentlich deutlich machen, dass wir die Verantwortung haben.
Und vielleicht macht ihr eure Internetseite ja auch Spaß und Lust am Experiment Essenlernen.

Auf jeden Fall vielen Dank, Deine Mail gibt mir das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Alles Gute für euch (jetzt vier?!)!!!

Liebe Grüße aus München,

Laura

Anke's Antwort

Hallo Laura,

schön, dass ich Dir Mut machen konnte. Ich weiß nicht wie Deine Kleine jetzt ausschaut, aber mit 6 Monaten, wenn Du sie noch fast ausschließlich stillst, wird sie reichlich Speckröllchen haben und Dein Hunger wird auch größer als normal sein und ihr schaut wahrscheinlich beide gut genährt aus. Bring das dann als Argument, wenn die Frage kommt "Reicht die Milch noch?" Und wenn die Milch mal nicht reicht dann nimm Dir Zeit und Ruhe, dann ist nach ein paar Tagen wieder alles im Lot. Übrigens hat jedes Kind einen anderen Zeitpunkt für den Beikoststart. Das erleben wir gerade mit unserem zweiten Kind. Da kommt mit 6 Monaten schon richtig was in der Windel an, das war beim 1. Kind knapp 2 Monate später der Fall. Außerdem meckert sie deutlich, wenn sie bei den Mahlzeiten nichts von bekommt. Unser Sohn hatte damals noch brav zugeguckt und sich einfach nur gefreut, wenn er auch was bekam. Hör also auf Deine Tochter, die weiß es am besten

Ja, wir sind jetzt zu viert. Euch auch alles Gute, wenn Du wieder Zuspruch brauchst oder Fragen hast kannst Du Dich gern bei uns melden.

Grüßle ausm schwäbischen Wald
Anke

Von Laura 4 Monate später

Hallo Anke,

jetzt wollte ich mich doch nochmal melden- mit einem dicken fetten DANKESCHÖN!!!!!! Für eure tolle Internetseite und für Deinen Zuspruch.

Unsere Tochter hat das ganze Essen-Thema letztendlich einfach selber gelöst, indem sie sich kategorisch weigert, sich füttern zu lassen. Weder mit dem Löffel noch "Stückchen in den Mund stecken"- egal von wem. (Hihi- auch die Oma hatte da mit Bananenbrei keinen Erfolg.)
Also waren wir quasi "gezwungen", BLW zu machen- und es klappt super!!!! Seit ca. 2 Wochen isst sie nun auch tatsächlich richtig was (sie ist jetzt 8,5 Monate alt) und mein Mann und ich staunen nur noch. Und das allerschönste- sie scheint enormen Spaß dabei zu haben und macht so einen zufriedenen Eindruck, wenn sie da am Tisch mitsitzen und mitessen kann- alleine dafür hat es sich gelohnt. Die gesammelten Großeltern haben nur noch gestaunt (völlig ungläubig natürlich!), findens mittlerweile aber auch toll, was unsere Kleine schon alles essen kann und wie reibungslos das klappt. Und wundern sich immer wieder, mit welcher Hingabe wirklich ALLES zumindest mal probiert wird.

Und wenn des gelegentliche "WIE? Du stillst immernoch?" kommt, dann kann ich jetzt nur noch drüber lachen und sag nur, dass es der Maus und mir gut tut und das wars.
Und sanfte Nachfragen meinerseits, wie das denn bei Ihnen so war, haben tatsächlich ergeben, dass damals Stillen total unmodern war. Da waren 3 Monate schon eine lange Stilldauer. Insofern haben wir nun auch alle geklärt, dass wir das heute anders machen. Und die Maus ist ja der beste Beweis, dass das super klappt.

Fazit- ich würde es bei jedem weiteren Kind wieder ganz genauso machen. Weils offensichtlich dem Kind wirklich gut tut, im eigenen Tempo selber machen zu dürfen.

Daher dankeschön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt. Es ist doch echt schade, dass dieser Weg bei uns so wenig bekannt ist/ gegangen wird.

In diesem Sinne alles Gute für euch vier!!!

Liebe Grüße aus München,

Laura

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